Ein Traum wird wahr mit Sailaway am Cape Tribulation 

Endlich konnten wir auf unserer persönlichen bucket list den Haken am Schnorcheln im Great Barrier Reef  machen. Mit Sailaway am Cape Tribulation, weit draußen vor Tropical Queensland, tief beeindruckt im türkisfarbenem Wasser und vom Komfort einer strahlenden Schönheit von Katamaran verwöhnt, wurde Yvonnes Traum zu einem unvergesslichen Kapitel unseres Weltreiseabenteuers als Familie. 

               Sail od Sailaway catamaran        Sailing on Sailaway catamaran        Australien flag at Great Barrier Reef

Regenwald und Märchenstrände am Great Barrier Reef

Was brauchst du draußen im Korallenmeer des Südpazifikseigentlich mehr als einen sonnigen Tag, einen luxuriösen Katamaran und eine großartige Crew? Einen Schutzengel, der im richtigen Moment das richtige tut! Zumindest, wenn du so tickst wie ich bei diesem großartigen Segelabenteuer und Schnorchel-Erlebnis am Great Barrier Reef vor Queensland …

Ich durfte einmal mehr eine Menge Mut beweisen. Und Kayleen fühlte sich wohl wie ein Fisch im Wasser, während sie kopfunter über die Formationen des berühmtesten Korallenriffs der Welt glitt. Es hätte also in jeder Hinsicht ein traumhaftes Erlebnis sein können, wäre die Angst vor Salzwasserkrokodilen nicht mitgeschwommen. Gelernte Lektion bei dieser eigentlich fantastischen Aktivität nördlich von Cairns: Dein Kopf kann kein dein größter Feind sein, auch in der schönsten Umgebung. Wir hatten die Angst vor Tropical Queenslands gefährlichen Urzeittieren gleich mit an Bord genommen, dort wo alles begann:

Es ist gegen 08:00 morgens. Wir stehen an dem Strand, an dem die mehr oder weniger Teerstrasse endet, nahe der Safari Lodge, von wo aus wir drei Tage lang das Cape Tribulation erkunden. Cape Tribulation ist eine Landzunge 110 km nördlich von Cairns. Hier lassen sich Regenwald und Teile des Great Barrier Reef gut erleben. Beides liegt nahe und die touristische Infrastruktur ist darauf bestens vorbereitet.

Uns erwartet das typische Bild an diesem Teil der australischen Westküste: ein ausgedehnter, feinsandiger und leicht geschwungener Strand zwischen dichten Wäldern und strahlend blauem Meer, umgeben von grün überwucherten Berglandschaften. Wo der Beach zugänglich ist, warnen Schilder vor Salzwasserkrokodilen und sehr giftigen Quallen. Man sieht weniger als eine Handvoll Spaziergänger. Kein Mensch ist im Wasser.

Volle Segel, volle Gläser, voll Kurs aufs Great Barrier Reef

Der Katamaran dümpelt etwa zweihundert Meter draußen in leicht bewegter See. Der Name des Veranstalters ist Programm: Sail away! So geht es auch schon bald los, nachdem das Zubringerboot uns und ein paar andere Gäste an Bord gebracht hat. Es wird ein Segelabenteuer mit Poolposition – unmittelbar vor unseren Augen laufen die vielen Handgriffe der Crew wie am Schnürchen. Die Eindrücke überschlagen sich. Segelsetzen, Sicherheitshinweise, Kaffee, Snacks, Wind in den Haaren, eine hinter dem Heck stetig wegdriftende Regenwaldküste und vor dem Bug Wasserwüste bis zum Horizont. Gut eine Stunde lang schneiden beide Rümpfe unter straffem Segel durch die Wellen. Unter dem Boot ist nichts als Ozean bis zum Grund, irgendwo da unten am Ende des dunklen Blaus. Wir halten Kurs straight weg von der Küste. Je kleiner die wird, umso größer ist dieses packende Gefühl von weit draußen. In den Sound aus Musik, Wind, Wellen und gelegentlich vom Bug hochpeitschender Gischt mischen sich manchmal die Stimmen der Gäste.

Us chilling on deck the catamaranImmer wieder schallt ein Lachen herüber. Die Stimmung ist irgendetwas zwischen Andacht und Ausgelassenheit. Alle fühlen sich wohl, sind gespannt aufs Korallenriff und genießen Small Talk mit der netten Crew.

Wir sitzen im Außenbereich des großzügigen Aufenthaltsraums oder hangeln uns über Deck von einem Platz zum nächsten, um schöne Bilder zu machen. Yvonnes Prophylaxe gegen Seekrankheit schlägt an. Kayleen und ich sind total happy, dass sie trotz der Wind- und Wellenprognose mitgekommen ist.

Vorbereitungen an Deck zum Schnorcheln 

Plötzlich taucht ein anderes Ausflugsboot in weiter Ferne auf. Es liegt bereits vor Anker. Als wir näherkommen, sehen wir viele Kay shows emergency instructions snorkeling
kleine Punkte im Wasser treiben – schnorchelnde Gäste in türkisfarbenem, flach und ruhig wirkenden Wasser. Alle Augen sind jetzt nach vorne gerichtet. Der Katamaran verlangsamt die Fahrt. Wir sind inzwischen etwa 10 Seemeilen von der Küste entfernt. Wie ein Spuk taucht Grund auf im immer heller werdenden Ozean. 50, 100 Meter vor uns sind erste Korallenformationen erkennbar, dicht unter der Oberfläche. Schon sind die Schnorchel-Ausrüstungen bereitgelegt. Jetzt gibt`s Anleitungen und Sicherheitshinweise. Das Zeichen für Hilfe – so bin ich nun mal – präge ich mir besonders ein. Man breitet mehrfach die Arme aus und schlägt sie über dem Kopf zusammen.

Das gleiche mach ich innerlich, als ich meinen Anblick im Taucheranzug spüre. Yvonnes Blicke tun ein Übriges. Kayleen hat Spaß. Der dicke Papa geht Schnorcheln, yupp. Selten habe ich mich unwohler gefühlt in meiner engen Haut. Und so auch noch gleich da rausgehen, Kopf unter Wasser und so – es wird mich Überwindung kosten. Zögerlich hantiere ich mit Maske und Schnorchel. Viele andere schwimmen schon nahe am Heck, formieren sich gerade für den Vorstoß in den extrem flachen Teil des Riffs. Wir müssen Yvonne noch überreden, mitzukommen. Sie ist ein ausgesprochener Wassermuffel. Durch ein Röhrchen atmen, kann sie sich schon gar nicht vorstellen. Schließlich sagt sie ja. Grund dafür ist wohl auch die Professionalität der Crew der Sailaway Cape Tribulation. Man fühlt sich gut aufgehoben, die gute Stimmung motiviert. Schließlich sind wir alle im Wasser. Unfassbar: Eineinhalb schnittige Segelstunden vor der Küste inmitten einer endlosen Wasserwüste treiben wir drei über einen Grund, der fast schon zum Greifen nah ist und noch näherkommt. Nur langsam gewöhnen Yvonne und ich uns daran, unter Wasser zu atmen. Die Aufregung und meine mangelnde Kondition machen es nicht leichter. Allein der Reiz des Abenteuers hilft. Das packt uns schließlich so intensiv, dass wir ohne Gedanken an Abbruch mit den anderen begeistert über die skurrilen Gebilde unter uns hinweggleiten.

Sailaway am Cape Tribulation in einem Labyrinth wie aus einer anderen Welt

Knallbunte Fische ziehen ihre Kreise in unmittelbarer Nähe. Manche Korallen wirken wie versteinerte Wesen aus einem anderen Kosmos. Nach 10 Minuten klappt es auch mit der Flossentechnik. Die Bewegungen werden geschmeidiger. Der Spaß an der Action-Kamera wächst. Wunderbar ist es anzusehen, mit welchem Eifer und Geschick Kayleen das Naturwunder unter Wasser erkundet. Alle in der Gruppe genießen den Moment. Schnorcheln am Great Barrier Reef hat etwas. Dieses Gefühl scheint die Gruppe zuteilen und zu zelebrieren. Alle scheinen fasziniert. Keine Gags, kein Partylachen. Der Zauber des Augenblicks bleibt behütet wie auch das zerbrechliche Riff, dass älter ist als die Menschheit und höchst verletzlich. Unsere Schnorchel Guide, eine Meeresbiologin, führt uns zu besonderen Plätzen, versorgt uns gut dosiert mit Fakten. Immer wieder macht sie uns auf Dinge aufmerksam, die mancher vielleicht nicht sehen würde. Man merkt ihr an, dass dieser Job für sie ein Erlebnis ist. Sie strahlt, taucht ab und auf als sei sie ganz in ihrem Element. Das ist übrigens frisch, aber nicht kalt.

                       Ready to jump in Great Barrier Reef        Snorkeling crowd in the water

Die Sicht unter Wasser reicht etwa zwanzig, dreißig Meter voraus. Dahinter verschwimmen und verschwinden die Silhouetten der Korallen. Idiotische Bilder kommen über mich. Was, wenn aus diesem schleierhaften Blau die Umrisse eines Salzwasserkrokodils auftauchen? Das Kopfkino ist unsinnig, obwohl es im Ansatz einen plausiblen Hintergrund hat. In Tropical Queensland sind Salzwasserkrokodile weit verbreitet. Aber so weit draußen? „Wir haben schon ewig keins mehr gesehen,“ hatte einer aus der  Sailaway Cape Tribulation-Crew meine Frage beantwortet. Und Peter, unsere Workaway Host von der Villa Marine in Yorkeys Knob nahe Cairns hatte uns mit einer sehr plausiblen Erklärung ermutigt: „Wenn das gefährlich wäre, würden sie keine Touren machen da draußen. Ein einziger Vorfall und das Business wäre erledigt.“ Um ganz sicher zu sein, meinte er noch, sollten wir immer in der Menge bleiben. Alleine weit weg von der Gruppe schwimmen, das halte er für keine gute Idee.

Dieser Satz hatte sich mir so stark eingeprägt, wie das Zeichen für Hilfe. Beides sollte für das Ende meines Schnorchelns am Great Barrier Reef eine Rolle spielen.

Mit Anlauf in die Panik

Ich mach`s kurz. Yvonne hat nach etwa 45 Minuten plötzlich genug. „Ich geh zurück zum Schiff.“ Und schon arbeitet sie sich mit schnellem Flossenschlag in Richtung des Katamarans. Der steht rund 60, 70 Meter von uns weg im Wasser. Die Schnorchelgruppe befindet sich gerade rund 10 Meter von uns weg auf der anderen Seite. Kayleen eilt Yvonne hinterher. Ich will auch zurück zum Boot, bin aber deutlich langsamer. Es dauert keine 30 Sekunden da fühle ich mich wie Kevin allein Zuhause. Der dicke Papa im Taucheranzug – das Bild einer Blutwurst, in den unendlichen Weiten des Ozeans vereinsamt zwischen Gruppe und Familie! Wenn ich ein Salzwasserkrokodil wäre …

Ich starte durch! Mit der Kraft der Verzweiflung paddele ich mit den Flossen um mein Leben. Um den Kurs zum Boot nicht zu verlieren, gehe ich zwischendrin aus der Rückenlage, muss ein-, zweimal die Richtung korrigieren. 10 Meter vor dem Boot verlässt mich die Kraft. Der hysterische Durchstart hat mich völlig erschöpft. Kann mich kaum noch bewegen. Meine Atmung ist außer Kontrolle. Mich beherrscht das Gefühl, die Sache könne richtig schief gehen. Das Zeichen! Das Zeichen! Ich breite mehrfach die Arme aus, schlage sie über dem Kopf zusammen. Zwei Gäste an Bord starren mich regungslos an. Kennen sie das Zeichen nicht? Ich rudere weiter mit den Armen, rufe „Hilfe, ich brauche Hilfe!“. Die beiden Gäste finden das spannend. Ihr Blick bleibt auf mir. Gibt’s doch nicht. Hätten sie Popcorn dabei, sie würden sich hinsetzen, weitergaffen und knabbern. Darf doch wirklich nicht wahr sein!!! „Hiilfee! Ich brauche Hilfe!“ Yvonne hat jetzt erkannt, was Sache ist. Panik. „Hilfe, er braucht Hilfe!“, verstärkt sie entsetzt meinen Appell rüber zum Boot. Ich setze nach: „Schnell! Schnell! Ich brauche Hilfe!“ Endlich eine Reaktion von Bord: „Wofür brauchst du Hilfe?“ Ich fass es nicht. Während ich auf einen Rettungsring hoffe, einen beherzten Sprung ins Wasser oder ein Beiboot, starten diese Kinobesucher eine Konversation. Als nächstes sehe ich im Augenwinkel, wie Kayleen zu mir schwimmt. Sie greift mir von hinten unter die Arme, gibt mir Auftrieb. Das ist ein Moment, der mich den Rest meines Lebens begleiten wird. Muss ich das erklären? Kayleen ist elf Jahre jung. Und sie rettet ihren Papa, wie sie später sagen wird. In der Sekunde, in der ich Kayleens Hände spüre, werde ich ruhiger. Manchmal im Leben sagen wir uns selbst, es wird alles gut. Manchmal spüren wir, dass es so ist. Genau dieses Gefühl erfüllte mich. Etwa 15 Sekunden später kommt das Beiboot um das Bootsheck herum angeschossen. Ich hake mich an der Bordwand ein, lasse mich vom Kapitän zum Katamaran schleppen. Fester Boden unter den Füßen. Wie wunderbar. Durchatmen. 10 Minuten später stehe ich am Büffet und lasse es mir schmecken. Bin wieder o.k., komme mir fast ein bisschen albern vor, wegen dieser Aktion. Aber ich weiß, ich habe das Richtige getan. Ich war zu fertig, die Panik zu groß.

Kurz darauf genießen wir zu dritt mit ein paar anderen Sailaway Cape Tribulation-Gästen eine kleine Glasbodenbootsfahrt über das Riff, sehen große Schildkröten und Fische, die aussehen wie der Hero aus dem Film „Findet Nemo“.

Kayleen zuliebe mache ich mit ihr noch einen zweiten, kurzen Schnorchelgang. Dieses Mal mit Schwimmnudel.

               Off with a glass bottom boat        Kay and Kayleen snorkeling       Snorkeling at MC Kay Cay Outer Reef

Ich habe nicht nur sprichwörtlich alt ausgesehen bei dieser wundervollen Aktivität in Tropical Queensland. Tatsächlich habe ich mich so gefühlt. Wenigstens kann ich auch ein bisschen lachen über die Blutwurst auf der Nudel. Vor allem aber kann ich stolz sein und glücklich, diese Tochter zu haben. Mein kleiner Schutzengel. Love you.

Das alles ist ein ganz persönliches Ding, hätte für mich überall so laufen können. Was den Segeltörn zum Schnorchelerlebnis am Great Barrier Reef mit dem Veranstalter Sail Away Cape Tribulation betrifft: Fantastisch. Großartiges Boot, tolle Crew. Ein Gefühl von Abenteuer und Luxus und durch das Segeln pure Naturverbundenheit von Anfang an.

 

Short Report

In einem Satz:
Mit einer Segelyacht zum Schnorcheln am Great Barrier Reef fahren ist für uns die beste Art dieses Highlight zu erleben.

Das Beste:
Eineinhalb flotte Segelstunden weit entfernt von der Küste plötzlich Boden wie aus einer anderen Welt greifbar nah unter sich zu haben.

Beeindruckend:
Die unglaublich lange Bauzeit, in der Korallenriffe von Mini-Lebewesen geschaffen werden.

Gelernt:
Don`t panic!

Witzig:
Nachdem ich mich im hautengen Taucheranzug erlebte, habe ich innerhalb von knapp drei Monaten 10 Kilo abgenommen.

Aufgeschnappt:
Eine der schwierigsten Hochsee-Regatten der Welt findet jedes Jahr zwischen Sydney und Hobart (Tasmanien) statt (und unser Yachtkapitän hat daran schon teilgenommen).

Lieblingsfoto:

Kay and Kayleen snorkeling

Saying high from Great Barrier Reef

Tipps:
Vor der Buchung einer Boots-Tour zum Schnorcheln am Great Barrier Reef die Wind- und Wellen-Situation checken. Die See kann rau sein, das Erlebnis dadurch für manch einen intensiver, für Sensible aber auch unangenehm. Das Sailaway Cape Tribulation-Team hatte uns professionell einen Tag vor Abfahrt auf die Windverältnisse hingewiesen.

Starke Sonnencreme mitnehmen! Die Sonne Australiens ist besonders intensiv, erst recht an einem Traumtag auf See.

Wenn du schon länger vorhattest, eine wasserdichte Action Kamera zu kaufen – ein Schnorchel-Erlebnis am Great Barrier Reef ist ein guter Anlass, es zu tun.