Airdrenalin und Vertrauen pur

Es ist nicht leicht ein Held zu sein. Besonders in Australien, hier für dieses Queensland adventure. Außer, es wird einem geholfen, so wie beim Jungle Surfing am Cape Tribulation im Norden von Queensland. Das ist weder Hochseilgarten noch Flying Fox. Es ist … boahhh, ey. Im Schnitt geschätzte 20 Meter über dem Boden unter den Baumkronen am Stahlseil von einer Plattform zur anderen zu gleiten – für Typen wie mich ein Gefühl, als hänge das Leben am seidenen Faden. Aber irgendwie geht’s. Der Regenwald zieht dich in seinen Bann, die Gruppe zieht dich mit.

Deine 11jährige Tochter zeigt dir, wie es geht. Die Schwerkraft macht den Rest. Nicht zu vergessen die Instruktoren. Klasse Typen, ermutigend gut drauf und mit einer affenartigen Geschmeidigkeit gesegnet – so folgst du wie hypnotisiert ihnen und dem Stahlgeflecht … Du weißt die können Seil. Du spürst, die wollen, dass du Spaß hast. Danke Jungs – durch eure FUNtastische Art wurde ich, was ich nicht für möglich hielt …

Mein Jungle Surfing: Plötzlich Überflieger im Regenwald

Wir im Jungle Surfing AufzugUnd das geht so: Zwei aus der Gruppe treten in einem Hamsterrad für Menschen solange auf der Stelle, bis die Zugkraft dich am Seil zur ersten Plattform raufgezogen hat. Die ist bereits höher als alles, was ich bis jetzt irgendwo in einem Hochseilgarten gesehen habe. Bedeutet für mich Lampenfieber, Puls und wenig Atem, denn ich bin noch aus der Puste, weil ich kurz zuvor zusammen mit Kayleen zwei andere auf die gleiche Art nach oben befördert habe.

Auf der Plattform hängt jede Menge Equipment bereit – Karabinerhaken, Seile und andere Sachen. Daran kannst du dein Vertrauen in die Ausrüstung und das Team mit gutem Gefühl aufhängen. Beeindruckt vom schweren Gerät, das man wahrscheinlich auch bei der Reparatur einer Staudammmauer einsetzen könnte, löst sich schließlich der Blick. Der streift durch den – wie immer in Tropical Queensland – beeindruckenden Regenwald. Grün wuchernde Tropenvegetation, Eukalyptus bis zum Himmel. Das Spannendste aber befindet sich am anderen Ende der Drahtseile, die lässig von der Plattform leicht bergab zur nächsten Zuflucht in den Bäumen führen. Wow. Da vorne unten umschließt sie für dich den Baumstamm, mit offenen Armen und solidem Geländer. Die zweite Plattform, der erste Gleitflug bei diesem Jungle Surfing, für den du den metallenen Boden unter den Füßen preisgibst. Gleich. Schlimmer – jeden Moment! Schon kommen Kayleen und ich an die Reihe. Aufstellen, einhängen, behutsam näher an die Rampe. Zweifel machen sich breit, Eitelkeit fängt an, damit zu konkurrieren. Ich bewahre die Haltung, setze mich neben Kayleen auf die Rampe und ruckele mich über die Pobacken Zentimeter für Zentimeter nach vorne. Meine innere Stimme ist mein Freund in diesen Sekunden: „Alles wird gut.“ Nicht lange. Mein innerer Schweinhund mischt sich ein:

Gibt es ein zurück aus diesem Queensland adventure?

„Brauchst du das hier wirklich, alter Sack?“ Weiß nicht ob ich`s brauch. Weiß ganz genau, dass ich`s will. Wusste nicht wirklich, was dieses Jungle Surfing hier am Cape Tribulation bedeutet. Als guter Papa springt man mit seinem Kind eben öfters mal einfach so ins Boot, ohne viel zu denken. Umso mehr geht durch den Kopf, wenn das Boot am Ablegen ist und das Gewässer kein Vertrautes … Selbstmotivation hilft. „Lass dich lässig gehen. Du bist hier sicher, du bist gefasst, du … du bist doch … ahhhhh …… totaaaaaaaaahhhl verrückt. Schon liegt der letzte Swing der Arschbacke eine Sekunde zurück und ich surre durch den Regenwald. Kayleen gleitet unmittelbar vor mir. Flying Fox, Hochseilgarten – hat sie alles schon erlebt. Mehrfach. Sie ist der Profi, ich der „Wackler“. Wir sind nicht schnell aber hoch. Die Stimmung ist es auch. Denn plötzlich bin ich Tarzan und Rambo in einer Person, aufgeregt, happy, stolz und fassungslos, dass ich das mache. Jungle Surfing in Australien, au man.

   Seile und Plattform Jungle Surfing   Am Start fuers Jungle Surfing       

Meine Mutter sagt oft, warum sollte man an seine Grenzen gehen! Die Antwort ist simpel: Um festzustellen, dass sie nur im Kopf existieren.

Jungle Surfing am Cape Tribulation – kannst du, willst du, schaffst du!

Jeder kann mehr als er denkt. Doch immer gilt: Safety first und ruiniere deinen Körper nicht. Jungle Surfing am Cape Tribulation – kannst du, willst du, schaffst du, dieses echte Queensland adventure. Lohnt sich. Es ist eine neue Dimension von Regenwalderlebnis, und das nicht nur in der Luft. Die Stimmung in der kleinen Gruppe und unter den vier Betreuern ist durchgehen top. Auf den Plattformen gibt es kurze, interessante Facts zum Regenwald. Wer`s mag lässt sich frisch aufgepickte Ameisen auf der Zunge zergehen. Genauer gesagt, schmecken sie am besten, wenn man den Hintern abbeißt. Die Leute aus der Gruppe bestätigen es. Kayleen und ich  müssen es glauben. Probiert haben wir es nicht. Wichtig, liebe Kinder und liebe Erwachsene: Die Guides haben die Ameisen aufgepickt. Bitte nicht nachmachen! In Australien muss man genau wissen, wo man reinbeißt, sonst könnte es am Ende das Gras sein. So gibt es zum Beispiel im Outback ein giftiges Blatt. Sie nennen es Heart Leef (Herzblatt), weil es eine Herzform hat. Rinder, die das essen, sterben innerhalb weniger Stunden oder Tage.

Ich fühle mich sowas von lebendig. Mein Glücksgefühl, dieses Cape Tribulation Highlight zu erleben, steigert sich von Plattform zu Plattform. Schade, dass die Mama nicht dabei ist. Zweimal noch wird es fast so aufregend wie beim gewöhnungsbedürftigen Auftakt.

Holy shit – kopfüber Richtung Schussfahrt

Im vorletzten Abschnitt gehen wir nicht paarweise ins Seil, sondern jeder einzeln. Hier bietet sich die Gelegenheit, sich unterwegs mit dem Kopf nach unten auszurichten. Alle machen`s, bis auf einen … (hab`s wohl vergessen, räusper).  Das große Finale erinnert an eine Sprungschanze. Die Seiltrasse scheint mir die längste und die steilste zu sein. Mit absoluter Sicherheit ist es die schnellste. Holy shit, jetzt wird mir doch nochmal mulmig. Kayleen ist entspannt, findet`s Hammer und schmunzelt ein bisschen. Sie ahnt wie ich den Sturz da runter sehe. Was soll`s. Let`s do it! Nochmal eine kurze Überwindung und dann volle Kanne abwärts. Die lang gezogene Plattform am Boden schießt auf uns zu. Dann – wusch – werden wir kurz davor von einer automatischen Vollbremsung nach vorne geschaukelt, um schließlich geborgen und behütet sanft auszupendeln.

Kay und Kayleen happy am Ziel

Und nochmal holy shit, wir haben das ganze Ding gerockt. Queensland, I love you.

Und: Jungle surfing, ein absolutes Cape Tribulation Highlight!

 

Short Report

In einem Satz

Perfekte Adrenalin Action mit ungewöhnlichen Perspektiven auf den Regenwald des Cape Tribulation!

Das Beste

Die Schussfahrt am Ende – ein wirklich krönender Abschluss.

Beeindruckend

Die Architektur des Jungle Surf Parcours, der sich in dem abschüssigen Regenwald von Cape Tribulation über spannende Abschnitte verteilt und dir fantastische Rundumblicke bietet.

Gelernt

Eine professionelle Umgebung und positive Menschen in unmittelbare Nähe sind die besten Voraussetzungen, um persönliche Grenzen zu überwinden.

Witzig

Jeder Helm trägt einen prominenten Namen mit Spruch – Kayleen war „Dory – just keep flying“, ich war Robin Hood – Men at Hights“.

Aufgeschnappt

Eine bestimmte Ameisenart dort kann man essen und sie schmecken am Besten, wenn man nur den Hintern ist.

Lieblingsfoto

Tipps

Actioncam mitnehmen und exzessiv einsetzen – diese Bilder, Perspektiven und Action willst du dir noch öfters lange danach reinziehen.

Vereinbare rechtzeitig wer vor wem ins Seil geht. Einmal eingehängt mit dem Sicherungskarabiner kann die Personenfolge aus Sicherheitsgründen nicht mehr geändert werden.

Rechtzeitig dieses Queensland adventure buchen und vollständig! Beachten: Es gibt nur aktive Teilnehmer. Partner oder Freunde können das Ganze nicht als Zuschauer vom Boden aus verfolgen. Cape Tribulation Jungle Surfing liegt mitten im Regenwald.